Husarenknöpfchen, mein liebster gelber Sommerflor
Eine meiner Lieblingspflanzen, ohne altes Modell und nur aus meinen Fotos gebaut. Wie das Husarenknöpfchen 'Aztekengold' ins Spiel kam.

Das Husarenknöpfchen gehört zu meinen Lieblingspflanzen. Es blüht den ganzen Sommer über, lange und mit unzähligen kleinen gelben Blüten. Es wächst etwas langsamer als andere Sommerblumen, ist aber eine tolle Pflanze für die volle Sonne und kommt auch im Halbschatten gut zurecht. Botanisch heißt es Sanvitalia procumbens, die Sorte im Spiel heißt 'Aztekengold'.
Zuerst habe ich versucht, das Husarenknöpfchen mit Gaussian Splatting ins Spiel zu bringen, also als 3D-Aufnahme aus vielen Einzelbildern. Das hat aber zu viel Leistung gekostet, und wachsen lassen konnte ich so eine Aufnahme nicht. Also habe ich die Pflanze neu gebaut, diesmal ganz ohne altes Modell, nur nach meinen Fotos.
Die Vorlage
Als Vorlage dienten mir Husarenknöpfchen aus der Gärtnerei. Ich habe sie gekauft, fotografiert und dann nachmodelliert.
Ein Foto hat keinen Maßstab, ein Topf schon. Am Topfrand mit gut zwölf Zentimetern Durchmesser habe ich alles andere abgemessen: Höhe, Breite und die Größe der Blätter und Blüten. Die fertige Pflanze hat wie die aus der Gärtnerei rund 20 offene Blüten.

Die Blüte
Jede Blüte des Husarenknöpfchens hat in der Mitte eine grüngelbe Scheibe und darum einen Kranz aus ungefähr dreizehn gelben Blütenblättern. Das klingt einfach. Bis die Blüte so aussah wie auf meinen Fotos, hat es aber mehrere Etappen gebraucht.
Am Anfang ging es nur darum, wie die Blütenblätter an der Scheibe sitzen. Beim ersten Versuch liefen sie als schmale Streifen zur Mitte zusammen, und dazwischen klafften keilförmige Lücken bis an die Scheibe. Im zweiten waren sie zu weit nach außen miteinander verbunden und sahen aus wie ein starrer Kranz. Erst im dritten saßen sie nur unten aneinander und standen nach außen frei.
Die Form stimmte jetzt, aber alle Blütenblätter waren gleich lang, gleich breit und lagen schön ordentlich in einer Ebene. So sieht keine echte Blüte aus. In der nächsten Etappe habe ich die Blütenblätter deshalb in ihrer Ausrichtung versetzt. Jedes ist ein wenig länger oder kürzer, breiter oder schmaler, seitlich verschoben, leicht verdreht und schräg abgeschnitten. Dazu ist jedes etwas angehoben oder abgesenkt, und dadurch hat die Blüte Tiefe bekommen. Jede Blüte im Spiel hat ihre eigene Mischung davon, keine gleicht der anderen.

Jetzt waren mir die Enden zu eckig. Jedes Blütenblatt endete mit zwei Ecken, wie mit der Schere abgeschnitten. Ich habe ihm am Ende einen dritten Punkt gegeben und die Ecken etwas nach hinten und zur Mitte gesetzt. Beim ersten Versuch war das zu wenig und sah aus wie ein flaches Dach, beim zweiten lief das Blatt rund aus.

So sieht die fertige Blüte aus, versetzt, mit Tiefe und runden Enden.

Wie bei der Geranie ist das Aufblühen nur eine Verformung derselben Blüte. Am Anfang ist sie eine kleine grüne Knospe mit gelber Spitze, dann öffnet sie sich zu einem gelben Becher und wird zuletzt fast flach.

Die Form der Pflanze
Meine erste ganze Pflanze war viel zu licht. Die Blüten saßen auf langen Stielen über einem dünnen Blätterkleid, und von oben sah das Ganze aus wie ein Stern. Danach habe ich sie Schritt für Schritt dichter gemacht, bis sie so buschig war wie auf den Fotos.
Die meiste Arbeit haben am Ende die hängenden Triebe gemacht. Erst hing die Blüte an ihrer Spitze nach unten, als wäre der Trieb abgeknickt. Echte Husarenknöpfchen richten ihre Spitze aber wieder auf. Danach zeigte die Blüte zwar nach oben, aber die Triebe waren viel zu lang und ragten weit über den Topf hinaus. In der neunten Fassung legen sie sich knapp hinter dem Rand über die Kante, hängen ein kleines Stück herunter und heben dann die Spitze mit der Blüte, so wie auf den Fotos.
Und weil echte Pflanzen sich nicht gleichen, hat im Spiel jede Pflanze ihre eigene Zahl an hängenden Trieben, zwischen keinem und fünf.

Die fertige Pflanze hat 22 Blüten, 27 Knospen und 278 Blätter. Mit 6.740 Vertices ist sie etwas größer als die Geranie, kostet im Testaufbau aber nicht messbar mehr Rechenzeit.
Wachsen
Gewachsen wird nach derselben Regel wie bei der Geranie. Gebaut ist nur die fertige Pflanze, und alles davor entsteht, indem sie kleiner wird und sich zusammenfaltet. Das Husarenknöpfchen beginnt dabei wirklich klein, mit knapp drei Zentimetern und ein paar jungen Blattpaaren. Das passt, denn in der Anzuchtschale sind die Pflänzchen am Anfang winzig.

Danach treiben die Triebe aus, die Blattpaare entfalten sich, und noch vor der Hälfte des Wachstums gehen die ersten Blüten auf. Zuletzt legen sich die hängenden Triebe über den Rand.
Im Spiel
Seit dem 1. Oktober steht das Husarenknöpfchen im Spiel. Ihr kauft es als Jungpflanzen in der Anzuchtplatte und setzt sie auf dem Pflanztisch in Töpfe.

Es zählt zu den hängenden Pflanzen und braucht nur wenig Wasser. Zu viel Wasser mag es nicht, das zeigt euch auch die Pflanzenanzeige.

Nach ein paar Tagen ist aus den Jungpflanzen ein Tisch voller gelber Blüten geworden.
Wie es weitergeht
Das Husarenknöpfchen war nach der Verbene die zweite Pflanze, für die es gar kein altes Modell gab. Seitdem baue ich neue Pflanzen fast nur noch so, aus Fotos und manchmal auch aus Videos von echten Pflanzen. Als Nächstes erzähle ich von der Bleiwurz. Wenn es um Blau geht, ist sie mein absoluter Liebling, ich kenne kein schöneres Blau. Sie ist die erste Pflanze im Spiel mit blauen Blüten und gehört zu den ersten, die es auch am Spalier gibt.

Fragen oder Anmerkungen? Schreibt mir gern an info@gaertnerei-simulator.de.













